
Drahtesel des Jahres 2026
Stefanie Schnabel & Oliver Raukohl
67. Drahtesel: Stefanie Schnabel
Pensionärin macht Schule für’s Leben
Kein Kind soll radlos bleiben! Einmal in der Woche radelt die Pensionärin an und in ihrer alten Grillo-Schule. Sie übt mit den 4. Klassen für den Fahrradführerschein. Sicheres Aufsteigen, Verkehrsregeln, Gefahrenerkennung- Der Schulhof als Bildungsweg! Mit Bürgerstiftung und Förderverein hat sie der Schule eine 30-Räder-Flotte besorgt, inkl. Helmen und Warnwesten. Und die unterhält sie nachhaltig. Nach Wartung durch Bucks und Radstation, hat sie jetzt das Radretter-Team für regelmäßige Checks der Schulräder und der eigenen Kinderräder gewonnen. Glückliche und gesunde Kinder sind ihr Lernerfolg. Und sie selbst sitzt seit ihrem Kommunionsrad leidenschaftlich im Sattel. Jetzt auf ihrem silbernen Klapprad. Sie freut sich über die Zunahme des Radverkehrs in Unna. Gefahren nicht nur auf den Schulwegen könnten noch mehr Radfreude in Bewegung bringen. Aber ihr Beispiel bewegt Nachfahren. Bei Radrettern und ADFC gibt es jetzt Nachfragen von mehreren Schulen, die Steffis Beispiel folgen wollen!
68. Drahtesel: Oliver Raukohl
Gerädertes Unikat. Radkulturschmied.
Schon mit 5 Jahren schraubt er gern mit, wenn der Vater sein Rennrad wartet. Dann entdeckt der Motorradfreak das Quantya, ein Elektro-Motocross Motorrad und nebenberuflich macht er eine „Quantyapark“-Bahn an der Dortmunderstraße auf. 2008 wagt er die RADikale Vollzeitselbstständigkeit, rüstet Räder um und auf. Ab 2015 im Lager Massen wird aus dem Geheimtipp der Kultschmied, der leidenschaftlich ausgefallene und ganz individuelle Räder zusammenstellt, zusammenbaut, zusammenschweißt. Schweißen, Fräsen, Drehen mit immer besseren Maschinen und immer entwickelterem Feingefühl. Therapie- und Lastenräder, Dreiräder, Prototypen für fast jeden Wunsch oder Traum. Und er ist stolz auf die nachhaltigen Laufzeiten. Wenn nach 20 Jahren Dauerlaufzeit ein neuer Akku fällig ist, kann er den heute mit unter anderem der selbstgefertigten CNC-Fräse selbst bauen.
Während im Fahrradhandel immer mehr Kettenläden Reparaturen ablehnen, nimmt Oliver Raukohl gerne Herausforderungen an. Reparaturen, Umbau zum Pedelec, E-Bike oder zum E-Roller. Reifenveredelungen oder hochstromfähige Akkus, Sonderersatzteilbeschaffungen nicht nur für die verschiedensten Eigenprodukte auch für Fremdfahrzeuge jeglicher Hersteller ist er zu begeistern…
2015 zog er in die Massener Bahnhofstraße in das idyllische Fachwerkhaus, kündigte aber wegen Einkaufcenterbetongefahr und werkt seit Oktober in der Iserlohnerstraße 123. Der Besuch lohnt sich. Einen Vorgeschmack gibt es auf pimpfactory.de. Und bei Unnas Bikenight staunt man immer über seine rollenden Kunsttechnikwerke. Da brettert sein Team einzig nicht unbedingt artig mit. Erleuchtete Radkunstkultur „Made in Unna“!








