Von links: Tanja Bork, Gaby Jöhnk (ADFC), Bernd Ungermann, Hermann Strahl (ADFC) © Werner Wülfing

Drahtesel des Jahres 2019

 

Tanja Bork & Bernd Ungermann

 

Fahrrad macht Schule
Tanja Bork


Ihr Leben war immer schon gerädert. Schul-, Studien-, Berufs- und Freizeitwege bewältigt sie im Sattel. In den Osterferien mal eben nach Dänemark geradelt, um Freunde zu besuchen. Im letzten Jahr hatte sie 6.500 Kilometer auf dem Zähler. Der Weg zu ihrer Hellweg-Realschule von Mühlhausen nach Massen ist ihr zu kurz (13 km) und zu flach, da nimmt sie eben den Haarstrang, Billmerich und Opherdicke mit, um so ein Tagespensum von mindestens 20 km zu haben.
Als ganzheitliche Radlerin und Lehrerin ist für sie der Radweg auch ein Bildungsweg. In ihrem 4. Jahr an der Hellweg-Realschule bereitet sie die 3. Teilnahme am Stadtradeln vor. Und sie wirbt nicht nur unter Schüler*innen und im Kollegium. Sie checkt zusammen mit dem ADFC die Verkehrssicherheit der Räder und ihre Schulradtour im letzten Jahr zum Seepark Lünen hat nachhaltige Nachfahrer*innen auf den Geschmack gebracht. Heimatkunde mit Lust und allen Sinnen. Rund 50 der 640 Hellweg-Realschüler*innen radeln zur Schule. Das könnten sicher mehr sein. Aber die verantwortungsvolle Lehrerin Tanja Bork kann die Ängste der Eltern vor den Gefahren auf Zufahrtswegen zur Schule verstehen. „Was nutzt die jetzt erleuchtete Königsborner Straße, wenn das Teilstück Afferder Weg noch voller Radfallen ist. Auch die Hansastraße zwingt Schüler zum gefährlichen Schlenkern. Auf der Kleistraße hätte es mich auch das eine oder andere Mal fast erwünscht, die Autofahrer sehen die Zwangs-Slalom-Radler oft zu spät.“ Und nach der traurigen Stilllegung des Massener-Freibades kann sie nicht verstehen, dass bis heute der versprochene Radweg zur Schönen Flöte den schwimmfreudigen Schülern immer noch gefährlich vorenthalten wird. „Sichere Radwege sichern nicht nur Schulwege. Das Auto- verstaute Massen könnte durchatmen, wenn hier die Radfallen beseitigt würden!“ Die RADikale Lehrerin steht als Berad(t)erin von Politik und Verwaltung gern zur Verfügung!

Aus dem Schlagloch geradelt
Bernd Ungermann

Auch er radelte eigentlich schon immer, aber mit 40 entdeckte er das Rad neu für sich. Über einen VHS-Vortrag fand er Freude und Freunde auch bei Radurlauben. Sei es mit Familie, allein oder in dem Trüppchen um Alfred Buß, Helmut Schreier und Gerd Klose, das für abenteuerlichste Preiswerte-Radausflüge auch schon mal den Drahtesel bekam. Schläge in der Felge und Schlaglöcher machten ihm selten was aus.

Vor zwei Jahren traf ihn dann der „Schlag“anfall. Der erfolgreiche Kaufmann (die Früchtebörse Wickede erblühte unter ihm) wurde bewegungseingeschränkter Frührentner. Bernd hofft zwar kaum noch, auf seinen geliebten Brooks-Ledersattel wieder schwingen zu können, die Gleichgewichtssicherheit schwankt noch. Aber im letzten Jahr ist es ab März, als er sich sein E-gestütztes Liegedreirad aus einer Holzwickeder Schmiede holte, fuhr er im Restjahr mal eben 6.800km! Radfahren ist anerkannte Schlaganfallvorbeugung, aber das Schicksal gibt keine Garantie. Bernd Ungermann breites Lachen ist aber ein ermutigendes Zeichen, dass beim Überwinden der Schlaganfallfolgen Radfahren Kreislauf, Muskeln, Koordination und Seele guttut. Und statt zuhause Rumzusauern lebt er seine eigene Inklusion: Enkelbeglückung, Einkauf, Naturschauen und jetzt auch Boule- Ligaspiel, Bernd ist froh und erfreuend dabei. Und dabei als Vielradler mit Einschränkungen sind seine Erfahrungen besonders lehrreich. Die Unpassierbarkeit von Radsperren (trifft auch Kinderwagen, Rollstuhlräder, Tandems...), wie an der Gießerstraße, die Schmalheit von Suggestivstreifen (da passt sein Dreirad kaum durch und besonders SUVs überfahren den Streifen), die Schlaglöcher am Straßenrand (zwingen zum Einschwenken in den Verkehr) müssten in einer fahrradfreundlichen Stadt abstellbar sein. Danke Bernd Ungermann! Lasst uns zusammen den Weg frei machen für freundliches Verkehrsklima für alle! Und wir sind glücklich, dass Du in diesem Jahr den Stadtradelstar vorradelst. Sein Team Liegerad hat zwei- und dreirädrige Unterstützung verdient!!!

 

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https://unna.adfc.de/artikel/drahtesel-des-jahres-2019

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

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    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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