Drahtesel des Jahres 2020

 

Astrid Holzbeck & Joseph Bunten

 

Freudvolle Schöpfungwahrerin: Astrid Holzbeck

Ihr Leben war immer schon gerädert. Mit dem Rad zur Schule und in bewegte Jugendfreizeiten. Radeln war für die kleine und die ausgewachsene Astrid immer positiv besetzt: „Frische Luft, Bewegung, in der Stadt schneller als im Auto mit Parkplatzsiuche, man sieht mehr, auch mehr nette Bekannte. Da kann man schnell anhalten und quatschen. Und man riecht die wechselnde Düfte der Natur – natürlich auch Dieselauspuff und Gülle. Aber die treiben sportlich an und raus in Unnas umgebende vielfältige Natur“. Astrid Holzbeck besitzt einen Autoführerschein, aber nutzt ihn kaum.

Die vielfach engagierte Christin strampelt sich privat und mit ihrer Gemeinde mit dem Auftrag ab: „Schöpfung bewahren – Fahrradfahren!“. Ein Team um Astrid Holzbeck radelt von Unna regelmässig zu Katholikentagen. Mannheim, Regensburg, Leipzig wurden angeradelt, im nächsten Jahr steht Frankfurt als Ziel fest. In der Gemeinde begann das geräderte Gemeindeleben 2019 mit der Gruppe „Firmlinge fahren Fahrrad“, die Kirchen und Kapellen im Raum Unna-Fröndenberg-Holzwickede anradelte und dabei über Glaubensfragen sprach. Die Wallfahrt alle zwei Jahre nach Werl hat neben Bus- und Fußgruppe immer ein bis zwei Fahrradgruppen.

Beim Stadtradeln ist Astrid Holzbeck Erfolgschefin des Serien-Vizemeister-Teams „Katharina tritt in die Pedale“. Katharinenhospital, Ruhestandspfarrer, Kindergärtnerinnen, einfache Gemeindemitglieder fahren mit dem grünen Lenkerbändchen für die Botschaft: „Ich will die Schöpfung retten und habe Freude dabei zusammen mit vielen. Ich entdecke dabei neue schöne Seiten Unnas und überraschende Muskelpartien!“ Und diese Botschaft hat ein strahlendes Gesicht. Danke Astrid, Dir, Deiner Gemeinde und nicht zuletzt auch Deiner Familie. Ihr macht aus der gerechten Botschaft auch eine frohe Botschaft!

Weltklima und Betriebsklima verbessern: Joseph Bunten

Joseph Bunten führt mit seiner Frau Renate führt seit Jahren das wachsende IT-Unternehmen Kommunix mit inzwischen 40 Mitarbeiter*innen in der stilvoll-umgebauten alten Harkortschule, der Erweiterungsbau ist ausgeschachtet. Für die auch sozial-engagierte Unternehmer ist betriebliches Gesundheits-Management nicht nur ein Kostenfaktor. „Bei uns wird viel gesessen, da tut jede Bewegung gut. Radfahren belebt aber unser Betriebsklima immer vielfältiger.“ Der selbst begeisterte Radfahrer finanziert Mitarbeiter*innen E-Bikes bis zu 3.000€. Sie dürfen selbst das passende Rad auszusuchen und auf Firmenkosten erwerben. 16 haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, vier fahren fast täglich mit eigenem Rad zur Arbeit. „Diese besonders ökologischen Kollegen bekommen natürlich ein neues Rad auf Kosten des Hauses, wenn sie es dann brauchen!“ Joseph Bunten kann viele schöne Geschichten aus ihrem fahrradfreundlichen Betrieb erzählen. An Wochenenden werden auch schonmal Räder gegenseitig ausgeliehen, damit ganze Familien ins Sauerland starten können.

„Schade, dass in diesem Jahr das Stadtradeln ausfällt, da strampelt das Communix-Team jedes Jahr mehr Kilometer zusammen!“ Die weitesten Arbeitswege radeln Mitarbeitende von Dorstfeld und Iserlohn. Und für die Verfügungstellung des E-Bikes müssen 100 Wege zur Arbeit im Jahr geradelt werden, das ist die knappe Hälfte, aber fast alle fahren deutlich mehr.

Komplizierte Leasing-System-Mitarbeiter-Räder sind nicht das Ding der schnell entscheidenden Unternehmer. „Natürlich wirkt sich die Aktion positiv auf Betriebsklima und Krankenstand aus. Und wer durch das Radeln zur Arbeit das Zweitauto einsparen kann, stärkt sicher das Familienglück!“ ‘Mit geringem Aufwand viel erreichen!‘ dieses ökonomische Prinzip stimmt beim Fahrradfahren an sich, und mit der fahrradfreundlichen Aktion auch für das Unternehmen Communix. Joseph Bunten würde sich freuen, wenn andere Unternehmen diesen dynamischen Radweg nachfahren würden. „Sauberere Luft auf der Friedrich-Ebert-Straße wäre ja nochmal ein Gewinn für unser Betriebsklima…!“ Und für Unnas Stadtklima: Danke Joseph Bunten!

Ab sofort sucht der ADFC Vorschläge für die Drahtesel 2021 beim 31. Drahteselmarkt am 8. Mai 2021! Bitte an den Sekretär der Jury schicken: hermann.strahl@gmx.de. Rückfragen zu Drahteselgeschichte und -zukunft: 0163 4291284

 

alle Themen anzeigen

Verwandte Themen

Drahtesel des Jahres 1996

Hiltrud Fahrenbruch und Akki Schröter

Anno 1888 - Radfahrer-Verein Unna gegründet

Sehr früh nach dem Aufkommen der Sicherheits-Niederräder bildeten sich im Kreis Unna erste Radfahrer-Vereine. Mit der…

Anno 2020 - Platanenallee wird Fahrradstraße

Mühsam erkämpfte Fahrradfreundlichkeit

Anno 1896 - Roverkönig über alles

In Unna werden Fahrräder der Marke Roverkönig und Hesperus produziert.

Erste öffentliche Luftpumpe

Anno 1986 - Erste öffentliche Luftpumpe

Um Luft holen zu können, installierte Michael Griesohn die erste öffentliche Luftpumpe am Nordring.

Drahtesel des Jahres 2015

Radgruppe der Kolping-Familie Hemmerde rund um Klaus Zöller und die Schillerschule in Unna-Massen

Anno 2017 - Erste Unnaer Bike-Night

Vor 200 Jahren erfand Karl Drais seine Laufmaschine. Im Gedenken daran veranstaltete der ADFC Unna am 12.6.2021 die…

Haltegriff an einer Signalanlage

Anno 2005 - Haltegriffe an Unnaer Ampel installiert

Ein Griff zum Festhalten und Schwungholen an roten Ampeln - der "Marler Ampelgriff" hält Einzug nun auch in Unna.

https://unna.adfc.de/artikel/drahtesel-des-jahres-2020

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

    weiterlesen

  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

    weiterlesen

  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

    weiterlesen

Bleiben Sie in Kontakt