Peter Wehnert, Hermann Strahl, Gaby Jöhnk, Leon Hengst, Maggie Strathoff, Philipp Behne, Maximilian Frubrich. © Werner Wülfing

Drahtesel des Jahres 2014

 

Peter Wehnert & Philipp Behne, Leon Hengst, Maximilian Frubrich

 

Nach dem Beruf Berufungen gefunden
Peter Wehnert & die Fässchen-Rad-Tourer
Peter Wehnert und seine Frau fanden 2003 zum Besuchsdienst Simsalabim im Fässchen. „Es macht Freude anderen Menschen Freuden zu machen!“ ist die einfache Devise, der Besuchdienstler, wenn sie zu Menschen, die nicht mehr richtig rauskommen, gehen oder radeln. Da kam im Mai 2010 die Idee, dass das Radeln in der Gruppe doch vielen Senioren in Unna gut tun könnte. Gedacht und dann gleich gemacht. Dienstags und mittwochs starten seitdem die Fässchen Radtouren. Dienstags für sein Kollege Jungmann die Gruppe an. Mittwochs 14:00 Uhr ab Bahnhof Königsborn startet Peter Wehnert in Richtung Norden, Westen und Osten. „Das sind Flachetappen von 30 bis 35 Kilometern, da kommen alle gut mit. Unsere älteste Teilnehmerin ist 82!“ Das Trüppchen hat regelmässig 8 bis 14 MitstramplerInnen. „Das Gemeinschaftsgefühl ist schön, aber bei uns sind Neue immer willkommen.“ Den Muskeln tut’s gut, dem Gewicht ebenso wie dem Gemüt. „Und die Naturerlebnisse sind wunderschön.“ Peter Wehnert und sein Trüppchen machen sich dabei aber auch Gedanken über viele Probleme. Sie finden es schade, dass am Bahndamm jetzt viele Regen-, Wind- und Sonnenschützbäume abgeholzt wurden. „Die breite Aspahaltpiste bringt jetzt einige Radler zum Rasen, das schafft Konflikte nicht nur mit uns Gemütlichradlern, sondern auch mit Spaziergängern und Hundeausführern.“ Peter Wehnert ist guter Dinge und guter Laune steht doch der Radsommer bevor. Bis zur Abradelfete im Spätherbst wird er auch im Alltag noch einige Kilometer machen. Die Fässchen-Teams wären auch Geheimtipp beim Stadtradeln, doch Massekilometer sind nicht ihr Ding. „Wir radeln Klassekilometer!“

Gegen den Wind den großen Sprung gestanden

Philipp Behne, Leon Hengst und Maximilian Frubrich
Fast 15 Jahre kämpften mehrere Unnaer Scatergenerationen um einen Platz zum fröhlichen Ausrollen. Der Schutz vor lebendigem Kinder- und Jugendschall ist in Deutschland schaurig perfekt. Toll ist, dass sich Unnas Jugend nicht so einfach stilllegen ließ. Und als die besonders gewitzte BMX-Szene dann auch noch für Pipe mitstrampelte, begann im Rathaus ernsthaftere Suche. Auch wenn die BMXer manchmal lächelnd sagen, dass sie Ihr Hobby eigentlich so leise, ist, dass sie es überall treiben dürften. Aber sie stehen solidarisch zu den Scatern. Leon Hengst, Philipp Behne und Max Frubrich, wurden entschiedene Vortreter der gemeinsamen Sache. Sie zeigten sich dabei oft pragmatisch- realistischer als manches Verwaltungshirn. Scaten in der Teppichhalle hielten sie nie für nachhaltig finanzierbar. Und trotz guter Argumente gegen die Anlage am Autobahnrand setzten sie alles und mehr dran, endlich auf die eigene Bahn zu kommen das haben sie toll geschafft. Ihr Kampf war ein Stück politischer Jugendkultur. „Wenn uns bewegen, können wir was bewegen!“ habe sie der Unnaer Jugend gezeigt. „Und die Anlage ist endlich ein sichtbares Zeichen, dass Unna auch was für seine Jugend tut!“ sagte eine oft- enttäuschte Mutter. Auf der Bahn wird ganz nebenbei, friedliches Umgang unterschiedlicher Fahrweisen eingeübt. Scater und BMXer respektieren sich, Zusammenstöße gibt es kaum – wenn dann kurz verbal. Probleme gibt es allerdings mit der Polizei. Leon hat im letzten Monat 90 € Strafe für Fahren ohne Dynamo bekommen. „BMX-Radler werden meist als Rüpel-Radler behandelt!“ sagt er mehr traurig als zornig. „Die ersten haben den Führerschein, sollen wir besser mit dem Auto anreisen?“ Der ADFC wird alles tun, um das zu verhindern. Nach 25 Jahren Kampf wird gerade Akku-Licht am Rad legalisiert und Straßentraining ist bei Radrennfahrern erlaubt, da sollte man sich doch

über gesunde Jugendbewegung freuen können! Und dann könnte sich auch die BMX- Schar unter die Stadtradeln-Teams mischen. Sie würden unserer Stadt gut zu Gesichte stehen. Der ADFC bittet Bürgermeister Werner Kolter hier um ein nettes Wort an die Wachhabenden! Damit die Anlage nicht im Dunkeln bleibt, sammelt der ADFC auf dem Drahteselmarkt offensiv für eine Beleuchtungsanlage an der Hansastraße. Es ist ja auch vorbildlich, dass die Jugendlichen ganz viel ihrer Arbeit selbst finanzieren, weil sie begriffen haben, dass Unna knapp bei Kasse ist. Der ADFC setzt auf Grosszügigkeit der geräderten Bürgerschaft!

 

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https://unna.adfc.de/artikel/drahtesel-des-jahres-2014

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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