
Anno 1949 – Radwachen gegen den „täglichen Fahrraddiebstahl“
Ab 1949 berichteten die Amtlichen Bekanntmachungen in der Rubrik „Aus der Mappe der Kreispolizei …“ regelmäßig über Fahrraddiebstähle.
Überschriften wie „Immer wieder Fahrraddiebstähle“ oder „Der tägliche Fahrraddiebstahl“ zeigen, dass dieses Delikt in jener Zeit weit verbreitet war.
So schildert ein Artikel den Diebstahl eines Fahrrads vor dem Postamt in Unna: Ein Lehrling hatte sein Rad nur kurz unverschlossen abgestellt, um Postsachen entgegenzunehmen. Als er zurückkehrte, war das Rad bereits „abgefahren“. Die Polizei riet damals: „Fahrradsicherung lohnt sich immer.“
Häufig wurden Rahmennummern und Markennamen der gestohlenen Räder veröffentlicht, um deren Wiederauffinden zu erleichtern. Gleichzeitig bat die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung, wenn sich sichergestellte Räder möglicherweise als Diebesgut entpuppten.
Auch erfolgreiche Ermittlungen fanden Erwähnung. So konnte ein Fahrraddiebstahl aus einer Waschküche am Obermassener Kirchweg nach einer Woche aufgeklärt werden.
Auf der Autobahn wurde einem Radfahrer ein „Geschäftsrad“ abgenommen. Eine Festnahme gelang jedoch nicht: Der Mann ergriff die Flucht, nachdem ihn ein Beamter nach Ausweispapieren gefragt hatte – und ließ „das Rad in der Hand des kontrollierenden Beamten“ zurück.
Immer wieder wurden außerdem sichergestellte Fahrräder aufgelistet, verbunden mit der Bitte, die rechtmäßigen Besitzer mögen sich bei der Polizei melden.
Radwachen als Schutz vor Dieben
Ein Mittel gegen die zahlreichen Diebstähle sollten sogenannte Radwachen sein. So erschien am 20. April 1949 eine Anzeige, die die Eröffnung einer neuen Radwache am Nordring am 1. Mai 1949 vor dem Arbeitsamt am Nordring ankündigte. Sie war werktags von 7 bis 22 Uhr sowie sonntags von 14 bis 22 Uhr geöffnet.
Doch auch Radwachen boten keinen vollständigen Schutz, wie ein Bericht vom 24. September 1949 verdeutlicht. Anlässlich des Aliso-Heimatfestes in Oberaden wurden dort mehrere Fahrräder „unberechtigt abgeholt“ oder “vertauscht”. Die Polizei forderte die unrechtmäßigen Besitzer auf, die Räder freiwillig bei der Polizeistation Kamen oder beim Polizeiposten Oberaden abzugeben, um einer späteren Strafverfolgung zu entgehen.










