Rast auf dem Obermarkt in Lennep © Herta Lohenstein

Große Schleife von der Ruhr zur Ruhr

 

Zu Radwegen umgebaute ehemalige Bahntrassen ermöglichen entspanntes Radfahren durchs Bergische Land

 

In einer großen Schleife führt diese Rundstrecke vom Ruhrtal-Radweg ab Hattingen durch das Bergische Land und das Sauerland, um in Freienohl wieder auf den Ruhrtal-Radweg zu treffen. Große Steigungen im Sauerland und Bergischen Land werden weitgehend vermieden, weil auf sehr vielen alten Bahntrassen geradelt wird. Neben dem landschaftlichen Reiz dieser Trassen haben sie den enormen Vorteil, dass die alten Dampflokomotiven früher kaum Steigungen über 2,5 % schafften. Für Radfahrer also eine sehr entspannte Bergüberquerung.

Diese Rundtour haben wir mit drei Ehepaaren (Alter +/- 65 Jahre) durchgeführt. Fünf Personen hatten ein Pedelec zur Verfügung, ein Teilnehmer war mit einem normalen „Bio-Bike“ unterwegs. Die Gesamtstrecke von ca. 300 km wurde in 6 Etappen zurückgelegt.

1. Tag: 64 km (Unna - Hattingen)

Nach dem Aufstieg geht es über Opherdicke begab zum Ruhrtal-Radweg, auf dem man bis zum Tagesziel in Hattingen bleibt. Auf der Strecke gibt es genügend Möglichkeiten einzukehren oder eine Rast zu machen, z.B. die Altstadt von Herdecke, die Burgruine Hardenstein, die Schleuse Witten mit einer Ruhr-Überquerung auf einer kleinen Fähre. Hattingen hat eine nette Altstadt mit zahlreichen Restaurants.

2. Tag: 38 km  (Hattingen - Lennep)

Hinter Hattingen beginnen die Etappen durch die „Berge“. Die Fahrt nach Wuppertal verläuft vollständig und sehr bequem über eine Bahntrasse. Der höchste Punkt dieser Strecke wird durch den 195 m langen Schulenberg-Tunnel unterfahren. In Wuppertal lohnt sich ein Abstecher zur Nordbahntrasse. Von dort hat man spektakuläre Blicke über Wuppertal. Ein gemeinnütziger Verein hat die Errichtung der Nordbahntrasse dokumentiert und kümmert sich um die Pflege der Wege.

Hinter Wuppertal folgt man der Balkantrasse nach Lennep. Die letzten Kilometer vor Lennep folgt die Route leider keiner Bahntrasse mehr. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, allerdings befinden sich hier die steilsten Stücke der Tour. Der „Bio-Biker“ musste einige Stellen schieben.

Die Anstrengung wurde allerdings belohnt. Lennep ist ein sehr schönes Städtchen mit einer Altstadt und zahlreichen Restaurants.

3. Tag:  35 km (Lennep - Marienheide)

Weiter geht es auf der Balkantrasse und dem Bergischen Panorama-Radweg. Da hier fast vollständig auf Bahntrassen gefahren wird, kann man diesen Tag tatsächlich zum „Ruhetag“ erklären. Auf der Strecke laden Hückeswagen und Wipperfürth zum Verweilen ein. Der Zielort Marienheide gibt vom Ort nicht so viel her, dafür gibt es ein schönes Hotel und ein Restaurant mit Blick auf die Brucher Talsperre.

4. Tag:  48 km (Marienheide - Attendorn)

Dieser Abschnitt ist der bergigste Tag der Tour mit drei Anstiegen auf dem Bergischen Panorama-Radweg. Zudem wird hier der höchste Punkt der Rundreise erreicht. Allerdings lassen sich alle Anstiege gut meistern. Der erste Anstieg unmittelbar hinter Marienheide verläuft gut über kleine Straßen. Nach einer steilen Abfahrt (ca. 1000 mit 10 % Gefälle) fährt man längs der Aggertalsperre und am Ende der Talsperre über einen Forstweg wieder bergauf. Diese Steigung ist etwas steiler als eine Bahntrasse, aber trotzdem - auch für nicht durchtrainierte Fahrer - gut machbar. Der letzte Aufstieg erfolgt über eine Bahntrasse, das steilste Stück kann man durch den 724 m langen Wegeringhausener Radtunnel einsparen.

Nach dem Tunnel führt die Strecke über Bahntrassen, getrennte Radwege und kleine Straßen sanft bergab bis nach Attendorn. Attendorn hat neben der Atta-Höhle (Tropfsteinhöhle) eine sehenswerte Innenstadt. Dort findet man zahlreiche Einkehrmöglichkeiten.

5. Tag: 51 km (Attendorn - Meschede)

Hier muss nur noch ein Berg überwunden werden. Die Strecke verläuft in weiten Teilen auf dem „Sauerlandring“, einer 4-Sterne-ADFC-Qualitätsroute. Der Anstieg ist  vollständig über eine Bahntrasse geführt, am höchsten Punkt der Trasse befindet sich der 689 m lange Kückelheimer Fledermaus-Tunnel. Nach dem Tunnel muss man sich fast nur noch bis nach Meschede (Olpe) rollen lassen.

6. Tag: 55 km (Meschede - Fröndenberg)

Der letzte Tag der Rundtour wird gemütlich auf dem Ruhrtal-Radweg abgefahren. Wer sich den steilen Aufstieg über die „Eule“ nach Unna sparen möchte, kann auch zwei Stationen mit der Hönnetalbahn nach Frömern fahren und dann nach Unna weiter radeln.

Zusammenfassung:

Die durchgeführte Tour hat drei Dinge gezeigt:

  • Bahntrassen eignen sich wunderbar zum Radfahren.
  • Der Bergische Land und das Sauerland sind reizvoller und interessanter als man vermutet.
  • Durch gute Planung kommt man relativ leicht und steigungsarm durch die doch sonst sehr bergige Landschaft.

Hans-Martin Müller

Quellen:

  • Die Idee zur der Rundtour wurde dem Buch „Mit dem Fahrrad auf alten Bahntrassen“ von Peter Wolter entnommen, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf 2015.
  • Die Fotografien hat Herta Lohenstein freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
  • Die GPX-Dateien wurden mit dem Radroutenplaner NRW angefertigt.

 

Downloads

Übersicht über die Tagesetappen

Copyright: Openstreetmap/Hans-Martin Müller

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Blick auf den Biggesee

Copyright: Herta Lohenstein

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Blick auf die Nordbahntrasse in Wuppertal

Copyright: Herta Lohenstein

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Ruhrtalradweg

Copyright: Herta Lohenstein

1920x1080 px, (JPG, 742 KB)

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